Posts mit dem Label Apple werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Apple werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 31. Mai 2012

Ein iBook für die Masterarbeit

Ein turbulenter Monat liegt hinter mir, den ich noch genauer im kommenden Monatsrückblick zusammen fassen werde. Eine Veränderungen, die der Mai brachte, möchte ich aber schon jetzt detaillierter Erläutern.

Wie schon mehrfach erwähnt arbeite ich, wenn ich mich nicht gerade auf g+ oder hier rumtreibe, an meiner Masterarbeit. Und eigentlich hatte ich mir zu diesem Zweck einen Laptop fertig gemacht, damit ich außerhalb der Wohnung tippen kann -- vornehmlich an Orten, die weniger Möglichkeiten zur Prokrastination bieten. Dann aber machte sich eben dieser Laptop mit meiner Verlobten im Schlepptau auf den Weg in die freie und Hansestadt Hamburg und ich blieb ratlos zurück. Zwar nicht allein, aber mit Hardware, die mir für meinen Zweck nicht ausreichend erschien, weil sie mehr Ärger über mangelnde Performance als Freude über getippte Seiten in Aussicht stellte. Bis ich eher zufällig auf MintPPC stieß und ich mein uralt iBook G4 aus dem Schrank kramte.

Linux Mint ist eine Distro, deren Entwicklung ich interessiert verfolge, auch wenn ich sie bisher nicht angetestet habe. Ich kann nicht wirklich sagen wieso aber ich hänge einfach an der Mutter dieser Distros und bleibe wohl noch für eine ganze Weile Debian Testing treu -- auch, weil Debian mir mein geliebtes GNOME3 anstatt MATE oder Cinnamon bringt, die ich dann erst wieder löschen müsste. Okay, MintPPC nutzt LXDE anstatt GNOME3, aber auf einem Schlepptop mit 1,33 Ghz Prozessor und 512 MB-RAM ist dies auch die bessere Wahl, denke ich.

Das Installationsimage ist mit weniger als 20 MB wirklich klein und schnell runtergeladen. MintPPC holt sich alle Pakete direkt aus dem Netz, weswegen zur Installation unbedingt ein Internetverbindung erforderlich ist. Auch lässt sich der WLAN-Chip nicht während der Installation absprechen, weswegen eine Kabelverbindung zwingend notwendig ist.

Gestern dann also die Installation des neues OS, die auf Grund eines DAU-Fehlers länger dauerte als eigentlich beabsichtigt: Das Netzkabel hatte sich unbemerkt gelöst und der ohnehin angeschlagene Akku war schneller leergeluscht als ich den Fehler bemerken konnte. Die Folge war ein Neustart des Installationsprozesses. Aber von diesen kleinen Hindernissen abgesehen verlief die Installation absolut problemlos und weitgehend automatisiert. Auch Windows-Nutzer würden das hinbekommen -- auf einem PowerPC wohlgemerkt! ;)


Mittwoch, 16. Mai 2012

Zensur, Kartell, eBooks und angebissene Früchte

Apple macht sich in meinen Augen schon seit längerer Zeit der Zensur schuldig, indem sie durch ihre de facto Monopolstellung auf die Inhalte Einfluss nehmen, die über iTunes vertrieben werden. Aus den unzähligen Beispielen sei an dieser Stelle nur kurz an "Bild", "Stern" und "Focus" erinnert. Auf den ersten Blick mag dies nicht gravierend erscheinen geht es doch nur darum die ohnehin in Amiland verpönte "Frontal Nudity" zu unterbinden. Aber es geht um mehr und alleine die Dreistigkeit, dass sich der Vertriebskanal herausnimmt den Medien vorzuschreiben welche Inhalte sie zu bringen haben, ist kaum noch zu überbieten. Mensch muss lediglich den Gedanken zu Ende denken und wird erkennen, dass derartiges Gebären das Ende der Pressefreiheit wie wir sie kennen herbeiführen könnte. Was wäre beispielsweise wenn Apple verbieten würde positiv über nette Muslime zu berichten und Medien nur noch das Bild des bösen, terroristischen Islamisten zeichnen dürfen, wenn sie ihre Zeitung weiterhin in iTunes sehen wollen? Was mit nackten Mädchen anfängt kann sich leicht zur ideologischen Steuerung ausweiten! Und das sagt ich jetzt ohne die Bild in Schutz nehmen zu wollen...

Allerdings scheinen Kaufentscheidungen diesen Umstand allein nicht ändern zu können: Die Vormachtstellung Apples strahlt auch auf Android-Geräte: Der E-Kiosk-Betreiber Zinio, der anscheinend beide Handybetriebssysteme beliefert, verlangte ebenfalls die Zensur des schon erwähnten Focus-Titelbilds aus Angst für vor möglichen Beschwerden durch Apple. Dieser vorauseilende Gehorsam brachte also auch die Android-Nutzer in den "Genuss" der zensierten Ausgabe.

Den Gedanken, dass es ja nicht so schlimm werden wird, kann man getrost als naiv bezeichnen: Apple ist ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen, dass keine Skrupel hat seine Kunden über den Tisch zu ziehen. Ein ganz aktuelles Beispiel ist derzeit die Klage gegen Apple und einigen US-Verlagen wegen illegaler Kartellbildung im eBook-Bereich, durch das die Nutzer geschätzte 100 Millionen US-Dollar zuviel für die eBooks bezahlt haben (oder mit anderen Worten: Um die sie betrogen wurden). Ein Kartell dieser Art ist in dem Land der unbegrenzten Handelsfreiheit absolut verpönt, wird bestraft und das Urteil hat dennoch kaum folgen -- zumindest nicht für den verurteilten Konzern. Für die Nutzer könnten aber sinkende eBook-Preise rausspringen.

Ich bin auf das Urteil gespannt und hoffe auf eine Signalwirkung auch für Europa. In unseren Gefilden hat der eBook-Markt in meinen Augen vor allem zwei Probleme:

1. Digital Rights Managment (DRM). In allen Ausführungen und in allen Produkten ein echter pain in the ass.

2. Die viel zu hohen Preise für eBooks. Die meisten Menschen sind nicht bereit für ein digitales Erzeugnis ebenso viel Geld auszugeben wie für ein gedrucktes Buch (zurecht, meiner Meinung nach). Und die Einsparungen, die derzeit mit dem eBooks (wenn überhaupt!) möglich sind, rechtfertigen noch nicht den recht hohen Anschaffungspreise für die Lesegeräte. Eine breite Preissenkungen könnte den Markt befeuern.