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Dienstag, 29. Mai 2012

Beware of the zombies!

When zombies come to town... Wie mensch sich in diesem apokalyptischen Szenario verhallten sollte verrät die kanadische Provinz British Columbia. Zwar wird nicht mit einem Angriff in den kommenden Monaten gerechnet, aber die Tipps könnten sich auch für andere Katastrophen als hilfreich erweisen, weswegen der Survival Guide online bereitgehalten wird. Vor allem Ratschlag Numero drei ("Have a Plan!") lässt sich wohl auf so ziemlich jede Lebenssituation übertragen!

Apropos Zombies: Eine sehr liebe Freundin hat mir etwas unglaublich cooles aus Island mitgebracht, wo sie das letzte Jahr verbrachte. Seit einigen Tagen darf ich mich offiziell "Herr über 10000 Zombies" schimpfen. Naja, eigentlich 10001, denn Rob Zombie steuerte noch ein Vorwort bei.


Okay, 10000 Zombies zu besitzen klingt irgendwie schöner als "ich habe ein Buch, mit dem ich 10000 Zombies erschaffen kann". Mensch möge mir meine Überheblichkeit verzeihen.

Zum Buch an sich: Die Illustrationen stammen von David Hartmann, die Texte von Alexander Cox. Erschienen ist das Buch bei New Holland Publishers. Da es ein Geschenk war suche ich keinen Link zur Bestellung heraus, da ich gar nicht wissen möchte, was es kostet. Mit den Angaben und ein wenig Google sollte das Buch aber schnell zu finden sein.

Die Seiten sind nicht ganz, sondern zweimal zerschnitten, so dass ein Drittel für den Zombiekopf, ein Drittel für den Torso und ein letztes Drittel für die Beine bleibt. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Zombieteile beliebig kombinieren und neue, noch grauenhaftere Zombies erstellen.


Das Prinzip ist vielleicht aus dem einen oder anderen Kinderbuch bekannt. Wirklich schon umgesetzt finde ich aber die textliche Komponente, welche richtig nette Stories hervorbringt. Die Brüche zwischen den einzelnen Passagen sind nie störend -- gelegentlich wirken sie wie geniale Flashbacks. Ich kann mich an eine Story erinnern, die mit der Erinnerung an die Tage vor den Zombies begann und dann übergangslos in einen Kampf mit Zombies geschnitten wurde. Großes Kino, wie man es gerne im Film sieht ;)

Natürlich leidet ein wenig der Detailreichtum der Erzählung um die Rekombinierbarkeit zu gewährleisten. Aber hey, allein für die Idee und die noch rund 9985 Zombiegeschichten, die auf mich warten, gebe ich fünf Punkte und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Zombie-Fans da draußen.


Brrraaiiiinnnnssss....

Samstag, 5. Mai 2012

Buchtipp: Volker Grassmuck - Freie Software

Heute gibt es einen Buchtipp von mir: Volker Grassmucks "Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum". Die Version, die ich hier vorstellen möchte, stammt aus dem Jahr 2004, liegt in der 2. überarbeiteten Auflage vor und lässt sich als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellen. Gleichwohl lässt sich das Buch unter einer Creative Commons Lizenz (cc by-sa 2.0 - vollständiger Lizenztext ist über den Link einsehbar) als PDF-Datei downloaden. Aber genug zum Distributionsweg, kommen wir (grob) zum Inhalt.



Wirklich spannend an dem Buch ist der Aufbau, denn obwohl es den Titel "Freie Software" trägt wird dieses Versprechen erst ab Mitte des Buches eingelöst. Vorher -- und in diesem Punkt ist es wirklich einzigartig -- beschreibt es ausführlich die rechtlichen Umstände von Urheberrecht, Lizenzverträgen, Rechteverwaltung sowie digitaler Allmende (ähnlich der public domain in den USA). Die Abschnitte sind wirklich sehr geeignet um sich einen ersten Überblick über die Hintergründe der meisten Diskussionen über Urheberrecht und Urheberrechtsverletzungen zu verschaffen. Damit sind sie jedem und jeder wärmstes ans Herz gelegt, der oder die sich in diese Themenkomplexe einarbeiten will.

Auch die Beiträge zum Thema Freie Software sind lesenswert und bieten einen guten Überblick über die Geschichte der Bewegung, die politischen Intentionen, die wichtigsten Akteure und ihre Ziele. Die Lizenz des Buches ist ein weiterer Grund sein es zu Lesen, da es unentgeltlich für alle zur Verfügung steht. Die einzige Währung, die das Buch verlangt, ist das Interesse, welches benötigt wird, es von Anfang bis Ende zu lesen.

Und hier liegt der einzige Kritikpunkt an dem Werk: Besonders zu Beginn merkt man dem Autoren seine soziologisch-akademische Tradition an: Sperrige Sätze und eine Akkumulation von Fremdwörtern trüben den Einstieg ins Werk -- wer diese Hürde aber meistert, wird von dieser Qual bald verschont und mit einem lesbaren und interessanten Werk belohnt, welches die Allgemeinbildung des Lesers oder der Leserin durchaus bereichern kann.

Happy Reading...