Adobe, bekanntermaßen die Firma hinter Photoshop, hat heute -- wahrscheinlich unfreiwillig -- das beste Argument für Freie Software gebracht. Das Update ihrer Creative Suite, welches nach eigenen Aussagen gravierende Sicherheitsmängel schließt, ist ausschließlich als kostenpflichtiges Update erhältlich!
Versuchen wir dies mal mit einer Analogie auch Menschen zu erklären, die sich wenig mit Software, Recht und Internet beschäftigen. Erinnert sich noch jemand an Toyota und die Probleme, die sie in Amerika wegen verkeilten Gaspedalen hatten? Als diese Mängel öffentlich bekannt wurden verlor Toyota massiv an Ansehen.
So wie die Bremsen in den Toyotas defekt waren ist Adobes Software fehlerhaft: Die Sicherheitslücken erlauben Malware ungehindert das System zu kontaminieren, was erheblichen Schaden nach sich ziehen kann. Toyota musste damals Ersatz leisten, da ihr Produkt die versprochene Sicherheit nicht einhielt. Adobe sagt jetzt seinen (zahlenden!) Kunden: Bezahlt, wenn ihr wollt das unsere Fehler behoben werden und unsere Software euer System nicht länger gefährdet. Und da Bugs, Sicherheitslücken und Programmierfehler nicht auf Bäumen wachsen kann man auch davon ausgehen, dass die Fehler schon bei Auslieferung vorlagen.
Eigentlich schade, dass Toyota damals nicht genauso dreist war. Den Streit hätte ich mir gerne angesehen. Zu gerne hätte ich auch folgenden Satz gehört: "Schön, dass Sie mit Toyota fahren. Wenn Sie auch lebend ans Ziel kommen möchten, dann kaufen Sie bitte jetzt unser neustes Modell. Jetzt auch mit funktionierendem Gaspedal."
Merke: Mit Freier Software wäre das nicht passiert -- und die Fehler wären sicherlich schon viel früher gefunden und behoben wurden.
Posts mit dem Label Freie Software werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freie Software werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 9. Mai 2012
Samstag, 5. Mai 2012
Buchtipp: Volker Grassmuck - Freie Software
Heute gibt es einen Buchtipp von mir: Volker Grassmucks "Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum". Die Version, die ich hier vorstellen möchte, stammt aus dem Jahr 2004, liegt in der 2. überarbeiteten Auflage vor und lässt sich als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellen. Gleichwohl lässt sich das Buch unter einer Creative Commons Lizenz (cc by-sa 2.0 - vollständiger Lizenztext ist über den Link einsehbar) als PDF-Datei downloaden. Aber genug zum Distributionsweg, kommen wir (grob) zum Inhalt.
Wirklich spannend an dem Buch ist der Aufbau, denn obwohl es den Titel "Freie Software" trägt wird dieses Versprechen erst ab Mitte des Buches eingelöst. Vorher -- und in diesem Punkt ist es wirklich einzigartig -- beschreibt es ausführlich die rechtlichen Umstände von Urheberrecht, Lizenzverträgen, Rechteverwaltung sowie digitaler Allmende (ähnlich der public domain in den USA). Die Abschnitte sind wirklich sehr geeignet um sich einen ersten Überblick über die Hintergründe der meisten Diskussionen über Urheberrecht und Urheberrechtsverletzungen zu verschaffen. Damit sind sie jedem und jeder wärmstes ans Herz gelegt, der oder die sich in diese Themenkomplexe einarbeiten will.
Auch die Beiträge zum Thema Freie Software sind lesenswert und bieten einen guten Überblick über die Geschichte der Bewegung, die politischen Intentionen, die wichtigsten Akteure und ihre Ziele. Die Lizenz des Buches ist ein weiterer Grund sein es zu Lesen, da es unentgeltlich für alle zur Verfügung steht. Die einzige Währung, die das Buch verlangt, ist das Interesse, welches benötigt wird, es von Anfang bis Ende zu lesen.
Und hier liegt der einzige Kritikpunkt an dem Werk: Besonders zu Beginn merkt man dem Autoren seine soziologisch-akademische Tradition an: Sperrige Sätze und eine Akkumulation von Fremdwörtern trüben den Einstieg ins Werk -- wer diese Hürde aber meistert, wird von dieser Qual bald verschont und mit einem lesbaren und interessanten Werk belohnt, welches die Allgemeinbildung des Lesers oder der Leserin durchaus bereichern kann.
Happy Reading...
Wirklich spannend an dem Buch ist der Aufbau, denn obwohl es den Titel "Freie Software" trägt wird dieses Versprechen erst ab Mitte des Buches eingelöst. Vorher -- und in diesem Punkt ist es wirklich einzigartig -- beschreibt es ausführlich die rechtlichen Umstände von Urheberrecht, Lizenzverträgen, Rechteverwaltung sowie digitaler Allmende (ähnlich der public domain in den USA). Die Abschnitte sind wirklich sehr geeignet um sich einen ersten Überblick über die Hintergründe der meisten Diskussionen über Urheberrecht und Urheberrechtsverletzungen zu verschaffen. Damit sind sie jedem und jeder wärmstes ans Herz gelegt, der oder die sich in diese Themenkomplexe einarbeiten will.
Auch die Beiträge zum Thema Freie Software sind lesenswert und bieten einen guten Überblick über die Geschichte der Bewegung, die politischen Intentionen, die wichtigsten Akteure und ihre Ziele. Die Lizenz des Buches ist ein weiterer Grund sein es zu Lesen, da es unentgeltlich für alle zur Verfügung steht. Die einzige Währung, die das Buch verlangt, ist das Interesse, welches benötigt wird, es von Anfang bis Ende zu lesen.
Und hier liegt der einzige Kritikpunkt an dem Werk: Besonders zu Beginn merkt man dem Autoren seine soziologisch-akademische Tradition an: Sperrige Sätze und eine Akkumulation von Fremdwörtern trüben den Einstieg ins Werk -- wer diese Hürde aber meistert, wird von dieser Qual bald verschont und mit einem lesbaren und interessanten Werk belohnt, welches die Allgemeinbildung des Lesers oder der Leserin durchaus bereichern kann.
Happy Reading...
Abonnieren
Posts (Atom)
